Zwangsprostitution und Menschen- handel: Auch in Braunschweig aktuell!

Am 20. Juni fand im Grünen Laden in Braunschweig eine Podiumsdiskussion zu den Themen „Zwangsprostitution und Menschenhandel“ statt. Zu Beginn gab Elisabeth Kotthaus, politische Berichterstatterin bei der deutschen Vertretung der Europäischen Kommission, einen Überblick über die aktuelle EU-Richtlinie zur Bekämpfung des Menschenhandels, die von der Bundesregierung trotz längst verstrichener Frist nach wie vor nicht in deutsches Recht umgesetzt worden ist. Ulf Schärling, beim LKA Niedersachsen zuständig für die Bekämpfung organisierter Kriminalität, erläuterte die Handlungsmöglichkeiten der PolizePodium-Zwangsprostitutioni. Einen Einblick in die praktische Beratung von und Hilfe für (Zwangs)prostituierte gaben Paula Fiebag, Leiterin der SOLWODI Beratungsstelle Braunschweig und Özlem Dünder-Özdogan, Leiterin der Zentralen Koordinierungs- und Beratungsstelle für Opfer von Menschenhandel (KOBRA). Viola von Cramon, Sprecherin für EU-Außenbeziehung in der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN, wies insbesondere auf das halbherzige Vorgehen der Bundesregierung und gleichzeitig auf die Bedeutung konkreter Hilfen für Opfer hin.

„Menschenhandel, verbunden mit Zwangsprostitution, ist ein brandaktuelles Thema, denn mittlerweile ist Deutschland ein geradezu beliebtes Reiseziel für Sex-Touristen geworden.“, kommentierte Gesche Hand, grüne Direktkandidatin zur Bundestagswahl, die Veranstaltung und führt weiter aus: „Es braucht niedrigschwellige und unkomplizierte Hilfeangebote für Opfer von Zwangsprostitution. Betroffene Frauen aus Nicht-EU-Staaten, die der Zwangsprostitution entkommen, sehen sich häufig direkt von Abschiebung bedroht, soweit sie nicht sofort gegen Täter aussagen oder akut gefährdet sind. Diesen Frauen muss geholfen werden, anstatt ihre Abschiebung vorzubereiten! Eine Aufenthaltsgenehmigung sowie verlässliche und unkomplizierte finanzielle Unterstützung für alle Opfer müssen gewährleistet werden. Auch die Stadt Braunschweig sollte sich dieser Thematik noch stärker annehmen und bestehende Initiativen in maximalem Umfang unterstützen, schließlich profitiert sie sogar von Steuereinnahmen z.B. durch entsprechende Zimmervermietungen.“

Teile diesen Inhalt:

Artikel kommentieren

* Pflichtfeld